Große europäische HR-Herausforderung: HR wieder menschlich gestalten

2 Dezember 2021

In einem Jahr hat sich vieles verändert. Im vergangenen Jahr beschäftigten sich europäische Unternehmen noch hauptsächlich mit operativen HR-Aufgaben: Lohnabrechnung und -zahlung sowie HR-Service für Arbeitnehmer wurden als ihre größten Herausforderungen angesehen. In diesem Jahr steht der Mensch mehr denn je im Mittelpunkt. Arbeitgeber, von Spanien bis Skandinavien, betrachten das Wohlergehen und die Resilienz der Mitarbeiter als ihre wichtigste HR-Herausforderung für die kommenden Jahre. Nächster Punkt: Arbeitnehmererfahrung und -engagement. „Die COVID-19-Pandemie hat sich erheblich auf die Organisation unserer Arbeit ausgewirkt. Es ist kein Zufall, dass Unternehmen mehr Zeit und Mühe in ihr wichtigstes Kapital investieren: die Menschen. Unternehmen kümmern sich mehr denn je um ihre Arbeitnehmer, und das ist ihre größte Herausforderung für das nächste Jahr“, berichtet Maria Macho, Geschäftsführerin bei SD Worx, einem führenden europäischen HR- und Payroll-Dienstleister.

Mit seiner jährlichen Arbeitgeberumfrage „The Future of Work and People“ (Die Zukunft der Arbeit und der Menschen in Europa) bleibt SD Worx am Puls der Zukunftsperspektiven von Unternehmern und HR-Profis. Eines ist nach der Ausgabe 2021 deutlich: Es besteht ein großer Wunsch nach einer stärker auf die Menschen ausgerichteten Strategie. Maria Macho: „Die operativen Folgen der ersten COVID-19-Wellen und die daraus resultierende wirtschaftliche Unsicherheit wurden bewältigt. Jetzt ist es an der Zeit, sich wieder auf das Wachstum zu konzentrieren. Und das inspiriert Unternehmen dazu, ihr wichtigstes Kapital wieder in den Mittelpunkt zu stellen: die Menschen. Zur Verdeutlichung, bei den fünf wichtigsten HR-Herausforderungen geht es – in den Augen der europäischen Unternehmen – darum, sich mit der Belegschaft (wieder) zu vernetzen und diese zu stärken: Wohlergehen und Resilienz der Arbeitnehmer, Erfahrungen und Engagement der Arbeitnehmer, Anziehen neuer Talente, nachhaltige Beschäftigung und Talententwicklung.“

40 %

der europäischen Unternehmen nennen das Wohlergehen und die Resilienz der Mitarbeiter bei ihren fünf größten HR-Herausforderungen

KMU sorgen sich um eine nachhaltige Beschäftigung

Beim Vergleich von KMU mit mittelständischen und großen Unternehmen sehen wir einige bemerkenswerte Unterschiede. Beispielsweise ist die nachhaltige Beschäftigung der Arbeitnehmer für kleinere Unternehmen viel wichtiger. Wie können sie ihren Mitarbeitern lange, zufriedenstellende und bedeutsame Karrieren ermöglichen? „Dies könnte dadurch erklärt werden, dass es weniger (vertikale) Karrieremöglichkeiten in KMU gibt, da die Organisation kleiner ist. Das bedeutet, dass es eine größere Herausforderung ist, sinnvolle Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, einschließlich horizontaler und diagonaler Karriereschritte“, erläutert Maria Macho. Lediglich das „Wohlergehen und die Resilienz der Mitarbeiter“ stehen auf der Liste mit HR-Herausforderungen der KMU weiter oben. In größeren Unternehmen stellen wir fest, dass der Fokus ebenfalls auf Menschen liegt, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Die Organisation von Telearbeit und hybridem Arbeiten sowie die Arbeitnehmerbindung finden sich unter den Top 5 der HR-Herausforderungen, während der Kampf um Talente auch relativ höher bewertet wird. „In größeren Unternehmen wird Telearbeit häufiger genutzt, und es gibt möglicherweise mehr Herausforderungen, um die Kollegen mit dem Unternehmen in Verbindung zu halten. Wir sehen in großen Unternehmen auch mehr Fluktuation, was erklärt, warum der Kampf um Talente als eine ihrer größten Herausforderungen angesehen wird“, fügt Maria Macho hinzu.

 

Auffällige nationale Unterschiede

Wie bei den verschiedenen Unternehmenssegmenten ist auch hier der Schwerpunkt auf Menschen in allen Ländern spürbar – mit „Wohlergehen und Resilienz der Mitarbeiter“ als Spitzenreiter in der Hälfte der befragten Länder. Es gibt jedoch einige bemerkenswerte Besonderheiten. Britische Unternehmen zum Beispiel bewerten Arbeitnehmerbindung und -abgang als die schwierigste HR-Aufgabe für die kommenden Jahre, während französische und belgische Unternehmen besorgt sind, wie sie neue Talente gewinnen und einstellen können, und deutsche Unternehmen über langfristige Arbeitnehmer und nordische Unternehmen über das Wohlergehen und die Resilienz ihrer Mitarbeiter nachdenken.

Glücklich, gesund, produktiv

„Um organisatorische Resilienz aufzubauen und echten Wert zu schaffen, erkennen Führungskräfte, dass sie sich direkter und tiefer mit den Arbeitnehmern vernetzen müssen“, fasst Maria Macho zusammen. „Und da die Arbeitnehmer ihre Karriere zunehmend selbst in die Hand nehmen, eine gesunde Work-Life-Balance priorisieren und erwarten, dass alles nach ihrem Rhythmus und ihren Wünschen geschieht, muss HR alle Hebel in Bewegung setzen, um Schritt zu halten. Daher erfolgt eine Konzentrierung auf heutige HR-Herausforderungen. Wer glückliche, produktive und gesunde Arbeitnehmer garantieren kann, hält den Schlüssel zum langfristigen Erfolg und zur Bindung seiner Talente in der Hand.“

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Über die Arbeitgeberbefragung

Die Online-Umfrage „The Future of Work and People in Europe 2021“ wurde im Juni 2021 durchgeführt. SD Worx erreichte mit seiner Umfrage im Laufe mehrerer Wochen fast 3.000 Unternehmen in 12 europäischen Ländern/Regionen (Belgien, Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien, Irland, Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Großbritannien und Skandinavien). Die an der Umfrage teilnehmenden Firmen stammten aus allen vier Wirtschaftszweigen und reichten von Kleinunternehmen (mit weniger als 100 Mitarbeitern) bis hin zu Großunternehmen (mit mehr als 1.000 Mitarbeitern).